Selbstbild: In 6 Schritten zu einer positiveren Selbstwahrnehmung
Selbstbild: In 6 Schritten zu einer positiveren Selbstwahrnehmung

Selbstbild: In 6 Schritten zu einer positiveren Selbstwahrnehmung

In diesem Beitrag erfährst du welchen Einfluss das Selbstbild auf ein glückliches Leben hat und lernst 6 Schritte kennen, dein persönliches Selbstbild positiv zu verändern.

Was genau ist das Selbstbild?

Das Selbstbild ist das Bild, das wir von uns selbst haben. Es stellt also jene Fähigkeiten, Eigenschaften und Verhaltensweisen dar, die wir von uns selbst wahrnehmen. Das bedeutet also, dass unser Selbstbild zunächst unserer alleinigen und subjektiven Wahrnehmung unterliegt.

Selbstbild
Unser Selbstbild

Unser Selbstbild, lässt sich in zwei verschiedene Versionen unterteilen:

  1. Das Bild von uns, auf dem wir das von uns sehen, was wir von uns sehen wollen.
  2. Das Bild von uns, auf dem wir das von uns sehen, was wir auch wirklich glauben.

Das erste Bild ist eine oberflächliche Version, die mit einem gewissen Wunschdenken und einem Ideal verknüpft ist. Das zweite Bild ist die tiefer liegende Version, die wir, wenn es darauf ankommt auch für voll nehmen.

Wichtig: Beide Formen unseres Selbstbildes können verzerrt und fern von den tatsächlichen Gegebenheiten sein.

Das bedeutet, nur weil wir uns selbst auf eine bestimmte Art und Weise sehen, heißt das nicht, dass wir tatsächlich so sind. Und nur, weil wir glauben etwas nicht zu können, bedeutet das nicht, dass es auch wirklich so ist!

Wie entsteht unser Selbstbild?

Das Bild, das wir von uns selbst haben, setzt sich aus verschiedenen Faktoren zusammen. In erster Linie bestimmen relativ unveränderbare Faktoren unser Selbstbild. Zu diesen gehört unsere Biologie und damit bestimmte Aspekte unserer Genetik, unser Geschlecht und unsere sexuelle Orientierung. Hinzu kommt unser grundlegender Bedürfnistyp, ob wir z.B. vorrangig nach Sicherheit oder nach Abenteuer suchen und unser grundlegender Persönlichkeitstyp, ob wir z.B. intro- oder extrovertiert sind.

Die andere Kategorie, die unser Selbstbild bestimmt, sind die veränderbaren Faktoren. Damit sind all die Erfahrungen gemeint, die wir bis dato in unserem Leben gemacht haben und die uns auf eine bestimmte Art und Weise geprägt haben. Zu diesen Erfahrungen gehören:

  1. Erfahrungen, durch die wir begonnen haben bestimmte Dinge über uns selbst zu glauben (Glaubenssätze). Dazu gehören z.B., ob wir glauben, dumm, schlau, schön oder hässlich zu sein. Genauso, ob wir z.B. glauben, dazu in der Lage zu sein, etwas zu können oder nicht zu können.
  2. Erfahrungen, durch die wir unser Leben nach ganz bestimmten Werten und Tugenden ausrichten. Jemand, dessen Vergangenheit ihm immer wieder auf eine harte und ungerechte Weise spüren lassen hat, dass er mit Ehrlichkeit im Leben nicht bestehen kann, wird sein Leben entsprechend betrügerischer Tugenden ausrichten.
  3. Erfahrungen, denen wir eine ganz bestimmte emotionale Bedeutung (emotionales Muster) geben. Wenn dann eine ähnliche Situation stattfindet, greift dieses individuelle, emotionale Muster erneut und wir reagieren unbewusst auf die gleiche Art und Weise. Als Beispiel reagiert jemand, der in seiner Vergangenheit immer wieder erfahren hat, dass es peinlich ist, etwas Falsches zu sagen oder Fehler zu machen, mit Scham, Unsicherheit und Angst darauf, wenn er vor einer Diskussion oder Entscheidung steht.

Wie betrachten wir uns selbst?

Wie der vorherige Abschnitt zeigt, sind einige Aspekte unseres Selbstbildes mehr oder weniger in Stein gemeißelt und andere wiederum nicht. Die Psychologin Carol Dweck hat bei der Beobachtung von Patienten in ihrer über Jahrzehnte andauernden Forschung und Berufserfahrung, zwei wesentliche Betrachtungsmöglichkeiten von Menschen auf ihr eigenes Selbstbild feststellen können:

Das statische Selbstbild

statisches Selbstbild
Das statische Selbstbild

Menschen mit einem statischen Selbstbild glauben daran, dass Menschen entweder Talent oder Intelligenz haben oder eben nicht. Sie sind fester Überzeugung, dass die gesamte Art und Weise wie ein Mensch ist, in Stein gemeißelt ist. Demzufolge sind in ihrem Weltbild sie selbst und andere Menschen entweder intelligent oder dumm, talentiert oder unfähig und werden es ihr Leben lang auch immer bleiben. In Ihrem Weltbild unterteilen sie deshalb Menschen, basierend auf ihrer eigenen Bewertung, in gut und schlecht ein.

Bedingt durch dieses Weltbild fühlen sie sich auch selbst ständig beurteilt und bewertet. Genau aus diesem Grund haben Menschen mit einem statischen Selbstbild das Bedürfnis bei Gelegenheit zu zeigen, ob sie talentiert oder intelligent sind. Denn sie suchen permanent nach Möglichkeiten, um ihr in Stein gemeißeltes Selbstbild zu bestätigen und damit ihr Selbstbewusstsein zu schützen. Fehler bedeuten für Menschen diesen Selbstbildes eine tiefe Wunde in ihrem Selbstbewusstsein. Denn ihrer Auffassung nach würde ein Fehler sie auf Ewigkeiten als dumm oder untalentiert klassifizieren.

Das dynamische Selbstbild

dynamisches Selbstbild
Das dynamische Selbstbild

Menschen mit einem dynamischen Selbstbild nehmen sich selbst als veränderlich wahr. Im Gegensatz zu Menschen mit statischem Selbstbild, ist der Mensch für sie ein Prozess. Das bedeutet, nur weil jemand in einem bestimmten Bereich untalentiert ist, bedeutet das nicht, dass er es auch ein Leben lang bleiben muss. Menschen mit dynamischen Selbstbild glauben an die Kraft der Veränderung durch Beständigkeit, Ausdauer und harte Arbeit.

Jemand mag ihrer Auffassung nach vielleicht eine gewisse Begabung haben, doch andauernde und harte Arbeit wird schlussendlich die Spreu vom Weizen, bzw. den Gewinner vom Verlierer, trennen. Fehler und Probleme sehen Menschen mit dynamischen Selbstbild als Chance sich selbst weiterzuentwickeln.

Können wir ein statisches Selbstbild in ein Dynamisches verwandeln?

Bei den statischen und dynamischen Selbstbildern, wird nun schnell klar, welches der beiden die bessere Wahl ist.

Doch können wir es einfach so verändern?

Oder sind manche einfach dazu verdammt ihr Leben lang ein statisches Selbstbild mit sich herumzutragen und andere nicht?

Für diejenigen, die sich in einem statischen Selbstbild wiedergefunden haben, ist die gute Nachricht: Ja, wir können es ändern. Doch auch für diejenigen, die denken sie hätten ein dynamisches Selbstbild, lohnt es sich genauer hinzuschauen. Denn in der Regel haben wir nie nur ein komplett statisches oder dynamisches Selbstbild. Vielmehr haben wir in einigen Bereichen unseres Lebens ein dynamisches und in anderen ein statisches.

Zum Beispiel kannst du an der einen Stelle über dich denken: „Ich kann nicht auf Süßes verzichten, ich brauche das. Besonders, wenn es mir schlecht geht.“ An anderer Stelle wiederum: „Ich kann meine Unsicherheiten reduzieren, indem ich mich reflektiere und meine Denk- und Verhaltensweisen verändere.“

Oder aber: „Ich kann mich beruflich weiterentwickeln, indem ich konsequent meine Kompetenzen ausbaue und dazu lerne.“ und an anderer Stelle: „Ich kann nicht auf Netflix verzichten. Ich muss jeden Abend eine Serie gucken, um runterzukommen und mich zu entspannen.“

Zusammengefasst ist das Selbstbild also ein Bild, von dem wir selbst entscheiden können, ob es vollendet oder unser künstlerisches Lebenswerk, das wir unser Leben lang ausgestalten und mit Farbe füllen, ist.

Das Selbstbild: Unser künstlerisches Lebenswerk

Wie wir unser Denken verändern

Die größte Entscheidung deines Lebens liegt darin, dass du dein Leben ändern kannst, indem du deine Geisteshaltung änderst. – Albert Schweitzer

Um unser Denken und somit unser Selbstbild zu verändern, ist es zunächst wichtig unsere statischen Denkmuster zu erkennen.

Deshalb geht es zu aller erst darum, genau hinzuschauen und sich selbst zu reflektieren.

Reflektiere dich:

Wie gehst du mit Problemen und Herausforderungen um? Begegnest du ihnen neugierig oder widerwillig?

Wo siehst du dich selbst statisch und wo veränderbar? Wann denkst du z.B. „Ich kann das“ und wo „Ich kann das nicht“?

Wie gehst du mit deinen Fehlern um? Fokussierst du dich auf das, was du falsch gemacht hast und machst dich dafür fertig oder suchst du nach den Möglichkeiten aus ihnen zu lernen?

Begegnest du Stress und Unbequemlichkeiten wohlwollend oder setzt du dich ihnen zur Wehr?

Glaubst du daran alles lernen zu können, was es für deinen individuellen Lebensweg bedarf?

Wann bist du neidisch und welche Gedanken bringt dieses Gefühl in dir zum Vorschein?

Verändere dich:

Im nächsten Schritt geht es darum, dich ganz konkret den Denk- und Verhaltensweisen zu widmen, die es bedarf, um ein statisches in ein dynamisches Selbstbild zu verwandeln.

Zunächst ist es besonders wichtig sich zu vergegenwärtigen, dass die Veränderung des eigenen Selbstbildes nicht von heute auf morgen geschieht. Es ist nicht so leicht, wie etwa bei einem Computer, dem man mal eben per Tastenklick etwas auf die Festplatte installiert. Vielmehr ist es ein langwieriger Prozess, der Ausdauer und Hartnäckigkeit braucht. Du musst dazu bereit sein Durststrecken in Kauf zu nehmen.

Deine Erfahrung2go: 6 Schritte zu einem dynamischen und positiven Selbstbild

  1. Statt dir selbst „Ich kann das nicht“ zu sagen, sage dir „Ich kann das noch nicht, aber ich bin bereit es zu lernen.“
  2. Gehe regelmäßig aus deiner Komfortzone. Wenn du die Wahl hast zwischen dem einfachen und dem herausfordernden Weg, wähle den Herausfordernden.
  3. Heiße Stress und Unannehmlichkeiten willkommen und sieh sie als Chance, um an ihnen zu wachsen.
  4. Lerne regelmäßig etwas Neues dazu, indem du etwas ausprobierst oder dich über ein neues Thema informierst.
  5. Lege deinen Fokus auf’s Lernen und Wachsen, statt auf Anerkennung und Bestätigung.
  6. Der sechste und wohl wichtigste Punkt, umgib dich mit mehr Menschen, die genauso denken!

Fazit: Sich ein dynamisches Selbstbild anzueignen, kann ein langwieriger Prozess sein. In unserer Erziehung und Bildung wurde uns in den meisten Fällen beigebracht statisch, statt dynamisch, zu denken. Oft übernimmt das statische Denken auch eine ganz spezielle Funktion, indem es uns z.B. Anerkennung, Bestätigung und damit Selbstbewusstsein und Sicherheit gibt.

Doch es lohnt sich in vielerlei Hinsicht:

Nicht nur, dass wir ein erfüllteres und glücklicheres Leben führen, besser mit Herausforderungen umgehen und entspannter werden, es wirkt zudem auch gesundheitlich präventiv. Denn ein dynamisches und positives Selbstbild tut dem Gehirn gut und beugt damit Demenz, Alzheimer und besonders scheinheiliger Neunmalklugeritis vor. 😉

„Selbstbild: Wie unser Denken Erfolg oder Niederlagen bewirkt“ ist ein Buch von Carol Dweck, die erstmals das Phänomen des statischen und dynamischen Selbstbildes entdeckt hat und in diesem Buch detailliert und aus vielen verschiedenen Perspektiven beschreibt. Wenn über diesen Link ein Kauf zu Stande kommt, bekomme ich einen geringen prozentualen Anteil des Verkaufserlöses, ohne, dass für dich weitere Kosten dazu kommen.

Der erste Schritt zur Veränderung, dein weiterführender Artikel: Was bedeutet Selbstannahme und wie nimmst du dich selbst an?

Bildnachweise:

Bild von Alexandra Haynak auf Pixabay

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